Die Beutelmeise (Remiz pendulinus) ist knapp 10cm groß und leicht zu erkennen. Kopf und Kehle sind auffallend grauweiß mit breiter schwarzer Augenmaske. Der Rücken ist kastanienbraun, der Bauch rahmfarben. jungvögel sind hauptsächlich hell aschbraun. Ihre Stimme erinnert mit einem vernehmlichen gedehnten "sih" an die Stimme der Rohrammer, als Stimmfühlungslaut ein dünnes "tsi-tsi-tsi". Sie bevorzugt die hiesigen Grauweidengebüsche der Moordammkulturen, in die einzelne Birken oder Baumweiden eingestreut sind. Die spezielle Nestform zeigt das Bild hervorragend. Das Nest wird vor allem aus Brennessel, wildem Hopfen und der Samenwolle der Pappeln und Weiden gebaut. In unserer Gegend sind ca. 200-250 Brutpaare heimisch. Hauptsächlich trifft man sie zwischen Ohre und Flötgraben, nördlich von Buchhorst an. Auch die Beutelmeisen sind Durchzügler. Sie treffen ca. Ende April / Anfang März hier ein.

Der Flußregenpfeifer (Charadrius dubius) an einem hiesigen Kiessee. Er wird ca. 15,3cm groß und sieht dem kleinen Sandregenpfeifer ähnlich, wobei ihm die weiße Flügelbinde fehlt, desweiteren hat er statt der orangegelben nur blaßgelbe Beine, eine weiße Linie über dem Stirnband und eine andersartige Stimme. Für gewöhnlich bevorzugen die beiden Arten unterschiedliche Lebensräume. Von nahem kann man den gelben Augenring sehen. Jungvögel erkennt man an dem meist unvollständigen braunen Kopfband.Der trillernde Gesang ist ein hohes pfeifendes "tíü", ähnlich dem Sandregenpfeifer, nur nicht so abwechslungsreich. Er ist an Süßwasservorkommen gebunden; liebt unsere vegetationsfreien oder -armen Uferflächen der Kiesseen und Spülflächen am Mittellandkanal, wo er auch nistet. Im Winter hält er sich gerne an der Küste auf. Der beständigste Brutplatz befindet sich in der Kiesabbaufläche zwischen Köckte und Peckfitz. Die Spülflächen Des Mittellandkanals eignen sich ob ihrer Entstehung und Entwicklung über die Jahre nur kurzzeitig als Heimat für den Flußregenläufer. Ab Mitte März kann dieser Durchzügler hier beobachtet werden.

Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist mit seinen ca. 30,5cm auf unseren Wiesen in seinem typischen Lebensraum gut zu erkennen. 1996 wurde er als "gefährdet" auf der Roten Liste Deutschlands geführt. Der Kiebitz ist mit ca. 50-150 Brutpaaren hier heimisch. An Durchzugstagen sind hier jedoh über 20.000 Exemplare im gesamten Naturpark ermittelt worden. Damit erreicht das Gebiet die Kriterien eines Feuchtgebietes von internationaler Bedeutung. An und für sich ist der Kiebitz ein Durchzügler, jedoch kommt es regelmäßig auch zu überwinterungen von über 100 Exemplaren. Gut beobachten kann man ihn in der Feldmark Breitenrode, im Langen Winkel und im Buchhorster Drömling. Er gehört zu den Regenpfeifern und ist damit ein Watvogel. Er ist sehr gesellig und tritt oft in großen Scharen auf. Im Flug macht er oft tolle Kapriolen und die hellen Flügelunterseiten leuchten gegen den Himmel, wenn sich eine ganze Gruppe erhebt. Seine Stimme ist mit ihrem deutlichen "kie-wit" leicht zu erkennen. Seine Nester baut er vor allem in den Wiesen.

Höckerschwanfamilie am neuen Köckter Damm. Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist mit 152cm so groß wie der Singschwan, unterscheidet sich jedoch durch den orangefarbenen Schnabel mit schwarzem Schnabelgrund und Schnabelhöcker. Beim Schwimmen biegt er den Hals anmutig, der Schnabel weist abwärts. Gewöhnlich ist er schweigsam. Die Höckerschwaände sind mit Ausnahme der Brutzeit gesellige Tiere. Ihr Flug ist kraftvoll, wenig wendig und mit ausgestrecktem Hals. Die Flügelschläge erzeugen ein lautes singendes Fluggeräusch. In wirklich wildem Zustand trifft man ihn vor allem auf entlegenen Seen; im Winter an geschützten Meeresküsten. Wenn man sich ihm nähert. nimmt der Höckerschwan sofort Drohstellung ein mit gebogenem Hals und imposant segelartig über dem Rücken aufgestellten Fügeln.

Kraniche bei Bleuenhorst.
Kraniche (Grus grus) sind große, stattliche Bodenvögel, oberflächlich Reihern und Störchen ähnlich. Die inneren, stark verlängerten Armschwingenhängen über den Schwanz herab. Der lange Hals und die langen Beine werden im Flug ausgestreckt. Die Schwärme wandern in der Regel in V- oder Linienformation. Die trompetende Stimme mit ihrem "kruh" und "kr-r-r" schallt zum Beispiel in Miesterhorst vernehmlich über das gesamte Dorf. Im Gegensatz zu anderen Gegenden, wo sich die Vögel entlegene Rastplätze suchen (z.B. Barhöft nördlich Stralsund), rasten die Vögel bei uns auf den Feldern direkt hinter den Dörfern. Kraniche sind Bodenbrüter. Der Kranich wird ca. 115cm groß., ist schiefergrau mit bogeförmigen, vom schwarzen Gesicht und der schwarzen Kehle abstechenden weißen Streifen an der Kopfseite und am Hals. Aus der Nähe -wohin einen die sehr scheuen Vögel kaum gelangen lassen- ist der rote Scheitel zu sehen.

Der Waldwasserläufer (Tringa ochropus) wird mit ca. 23cm größer als der Bruchwasserläufer und Flußuferläufer. Im Flug ist er gut gekennzeichnet durch schwärzliche Unterflügel und die schwärzliche, scharf von der leuchtend weißen Schwanzwurzel und Unterseite abstechende Oberseite. Hals und Brust sind gräulichbraun. Der Schwanz ist im Spitzenteil schwarz gebändert. Im Sommer ist er oben weißlich rahmfarben gefleckt, aber deutlich weniger stark als der Bruchwasserläufer. Im Winter ist er schwach gefleckt. Die grünlichen Beine ragen im Flug nicht über den Schwanz hinaus. Der Waldwasserläufer ist scheu und ungesellig. Kopf und Schwanz werden ruckartig bewegt. Der Flug ist rasch mit stoßartigen, bkassinenahnlichen Flügelschlägen. Im Auffliegen läßt er ein flötendes "tlui-titit" erklingen, während die Balzstrophe ein Gemisch von hohen flötenden Trillern "titti-lui, titti-lui" usw. ist. Er hält sich außerhalb der Brutzeit auf Sümpfen, an Seen und Strömen, selten an der Küste auf. Genistet wird in sumpfigen Wäldern, oft in alten Nestern auf Bäumen.